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Geschichte begann im Jahre 1987 mit dem Kauf eines 300 SEL 3,5 mit super Ausstattung: Dunkelblaues Leder, Schiebedach, optimaler geht’s fast nicht. Da man niemals mit dem zufrieden ist, was man hat, wurde von dem Tag an nach der einzig möglichen Steigerung Ausschau gehalten: Ein 6.3er muss her. Die Suche sollte 10 Jahre dauern, bei der nicht viele 6.3er besichtigt wurden (die wenigen, die ich mir ansah, waren so runtergekommen, dass es zwecklos war sie mitzunehmen), denn sie werden bekanntlich nicht an jeder Ecke angeboten.

Dann die Wende:

Der für mich zuständige Schrotthändler wollte unbedingt meine Borgward Isabella Limousine, alterstauglich, mit funktionierendem Stahlschiebedach, die mich bereits 15 Jahre lang niemals im Stich gelassen hatte, kaufen. Natürlich unverkäuflich. Dann bot er im Tausch einen 6.3er an und wollte noch zuzahlen. Da mich Bargeld nicht reizte, ich aber innerlich schon so gut wie ja gesagt hatte, setzte ich alles auf eine Karte und sagte nein. Keine Woche später erschien der Schrotthändler erneut und bot folgendes :


    - Einen runtergekommenen 6.3er mit Schiebedach und topp erhaltener Velourausstattung und
    - Einen blechmäßig gut erhaltenen 300 SEL 3,5 ohne Schiebedach (Motor lief)
gegen meinen Borgward.
2 Minuten überlegen und dann: OK.Am 21.07.1997 war es soweit: Die beiden 300 SEL wurden geliefert und mein Borgi abgeholt.


Der 6.3er war so runtergekommen, dass jeder klar denkende Mensch ihn aus-geschlachtet hätte. Nicht so mein Kumpel Dennis und ich. Wir bemühten uns ca. 1,5 Jahre, den Motor zum Laufen zu bringen. (natürlich nicht täglich). Manchmal lief er tatsächlich auf einem bis zwei Zylindern. Dass der Anlasser die Tortour überlebt hat, ist ein Wunder.
Nebenbei restaurierte Dennis seinen /8 220 Benziner (mit Schiebedach).
Dann die Entscheidung, vor der man sich lange drückte: Die Einspritzpumpe muss raus. Eine Woche Arbeit für Dennis. Gut ist, wenn man Leute kennt, die solche Pumpen für ne Schachtel Holsten Edel überholen. Die Pumpenelemente waren durch 17jährige Standzeit durch verharztes Benzin fest und wurden vorsichtig gangbar gemacht. Damit brauchten keine Neuteile investiert zu werden. Pumpe einbauen (nur ca. 2 Tage Arbeit), Schlüssel rumdrehen und der Motor lief. Jetzt noch mal eben die wenigen Karosseriearbeiten, wie Austauschen der Türen aus dem mitgelieferten blauen 3.5er, Luftfederbälge erneuern ist schon fast Routine, dann Lackierung in meiner Traumfarbe schwarz und es konnte losgehen. Seit ca. 3 Jahren läuft der 6.3er nahezu störungsfrei. Jeder 6.3er Fahrer weiß, dass ein 6.3er immer irgendeine Kleinigkeit hat, aber bisher nichts Ernstes


Dann der Hammer: Ich erhielt einen Anruf von einem der einen kennt, der wiederum jemanden kennt, der weiß, dass jemand einen Mercedes fast verschenken will. Ein Anruf genügte und man wurde sich am Telefon einig. Es wechselte ein gut erhaltener vollständiger (einschließlich Drehzahlmesser) 6.3er ohne Schiebedach mit Klimaanlage für 5000,00 DM den Eigentümer (mitgelieferte Ersatzteile: 2 nagelneue Kotflügel vorne von DB, 2x Innen- und Außenschweller von DB und eine komplette Auspuffanlage von DB). Jeder 6.3er Fan weiß, dass allein diese Teile nicht mal für das Doppelte des Kaufpreises zu bekommen sind. Somit war der 6.3er als Geschenk anzusehen.
Der Wagen hatte 24 Jahre in einer Scheune trocken gestanden. Der Motor drehte, wollte aber nicht anspringen. Diesmal nur 3 Wochen Arbeit und Fehlersuche. Dann lief er. Die erste Probefahrt musste mit geplatztem Luftfederbalg vorne rechts beendet werden. Wieder mal Luftfederbälge komplett erneuern und nun konnte das zweite 6.3er Abenteuer losgehen. Wenn ein 6.3er kein Schiebedach hat, ist es doch eigentlich kein Auto? Oder? Was ist zu machen? Es wird ein Cabriolet draus gemacht. Die Verstärkungen sind bereits gekauft. Der Sommer steht für diese Arbeiten vor der Tür.


Ihr werdet über den Fortgang der Arbeiten ständig auf dem Laufenden gehalten.